Rund um Phnom Penh

Phnom Penh ist die Hauptstadt Kambodschas.

Phnom Penh hat 1,5 Millionen Einwohner (Stand: 2012) und liegt im Südwesten des Landes am Tonle Sap, einem Zufluss des Mekong. Die Stadt ist Sitz einer Universität und eines Technikums. Es gibt einen internationalen Flughafen und einen Hafen. Über den Mekong ist die Stadt auch für kleinere Seeschiffe erreichbar. Phnom Penh ist das mit Abstand bedeutendste wirtschaftliche Zentrum des Landes.

Phnom Penh bietet die verschiedensten architektonischen Sehenswürdigkeiten an. Die Bandbreite reicht vom Wat Phnom bis zum Königspalast aus dem 19. Jahrhundert, neben französischen Kolonialvillen findet sich in der Stadt der Zentralmarkt Phsar Thmei im Art-Déco-Stil der 1920er Jahre.

Nachdem Kambodscha die Unabhängigkeit von den Franzosen erlangte, erlebte die Stadt einen beispiellosen Bauboom unter der Patronage von König Norodom Sihanouk. Diese goldene Ära der modernen Architektur wird auch Neue Khmer-Architektur genannt. Unter den Architekten ist vor allem Vann Molyvann zu nennen, der vom König zum Nationalarchitekten ernannt wurde und der in Paris unter Le Corbusier studierte. Er und andere Architekten entwickelten einen Stil, der als Mischung von Bauhaus, Moderne und Tradition von Angkor beschrieben werden kann. Einzigartige Bauwerke wie das Nationaltheater, das Haus der Minister, das Institut für Fremdsprachen, das Nationale Sportzentrum, die Gebäude der königlichen Universität sowie Villen für die aufstrebende neue Mittel- und Oberschicht wurden zwischen 1950 und 1970 errichtet.

Obwohl diese Gebäude den Terror der Roten Khmer und die Wirren des Bürgerkrieges danach überstanden, sind sie heute stark vom Abriss bedroht. Das Nationaltheater wurde 2008 abgerissen, und mehrere Villen aus den 1950er Jahren sind bereits zerstört worden, um für Neubauten Platz zu machen. Eine Bewegung gegen die Zerstörung dieser Phase der Geschichte Phnom Penhs bildet sich langsam, zum Beispiel wurden Villen in Boutiquehotels umgewandelt, wie etwa das Knai Bang Chatt und das Frangipani.